So bunt wie das Leben – es komme was wolle, mal herzig, mal süß, mal »Grätige Bolle« ;)

»Pro Schwarzwald« ...

... ist trendiger denn je. Die Tradition der ursprünglich gedigenen Schwarzwaldidylle zeigt sich in den letzten Jahren zunehmend in einem neuen Gewand. Stylische Kuckucksuhren, experimentelle Fotokunst oder ausgefallene Werbeartikel unterstreichen das neue Selbstbewusstsein der Region.

Auch ich bin der Meinung Schwarzwald darf unkonventionell, konformlos, humorvoll, lebendig und etwas selbstironisch sein :) Aus diesem Grund stelle ich hier meine Kunstserie »Grätige Bolle«® vor.

 

»Grätige Bolle« *(schwäbisch/badisch für »übellaunige/r Zeitgenosse/in«)

 

Die Serie entstand eher zufällig als geplant: Da ich meiner Frau ab und zu einen lieben Gruß »aus dem Handgelenk« in Form einer Karikatur auf Papier hinterließ, sagte sie irgendwann: »Bring doch mal Comic-Elemente in Deine Malerei mit ein!« Als dann noch meine Galeristin dringend ein spezielles Bild im Hochformat benötigte, formulierte ich in Eile und zugegeben etwas »grätig«, ein spartanisch naives Strichmännchen, nicht ganz ohne Selbstironie, denn Gegenständliches war bis dato nicht mein Ding.

 

Meine Laune erhellte sich zusehends, als der erste »Grätie« mich frech von der Leinwand aus anschaute. Sein schelmischer Ausdruck und seine Körpersprache strahlten eine Dynamik und Energie aus, der ich mich nicht entziehen konnte. (Das Bild des ersten »Graties« finden Sie im Anschluss des Textes).

 

In diesem Moment spürte ich, dass es sich hier um mehr als nur um triviale Pinselquälerei handelte, vielmehr öffnet sich in mir meine alte Spielzeugkiste und es entstanden weitere »Bolle« – einer »grätiger«, als der andere.

 

Auf die Frage »Warum grätig ... und nicht fröhlich ... ?«:

 

Übellaunigkeit und Frust gehören zu unserem Leben, selbst wenn wir sie gerne wegdiskutieren, überspielen und als unangenehmen Habitus stigmatisieren wollen. Mir persönlich ist eine »Immer-gut-drauf-Mentalität« oft suspekt.

 

Mal so richtig grätig zu sein hat auch etwas befreiendes, wenn ich sage oder zeige was mich ärgert. Sich Luft zu machen, Position zu beziehen und wenn nötig auch mal auf den Tisch zu hauen, befreit uns von angestauten Blockaden. Wir sollten (müssen) hin und wieder Druck ablassen, um nicht in unserer Frustration oder Wut zu verwurzeln, was bekanntlich negative Auswirkungen auf unser Seelenklima und letztendlich auf unsere Gesundheit haben kann.

 

Der »Grätie« als »Mahnmal« für übellaunige Momente

Ein »Grätie« soll uns also daran erinnern, dass wir hoch emotionale Lebewesen sind – mal herzig, mal süß, mal grätig :)

 

Viel Vergnügen mit den nachfolgenden Seiten - Uwe Merz

»WER BOLLEN HAT, KANN VIELES HABEN« 

Vorweg mal eine erfrischende Definition um den Begriff »BOLLE« von Jürgen Dillmann.